Kerstin Preiwuß mit Isabel Schayani auf der Frankfurter Buchmesse
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In einer überhitzten Stadt im Osten des Landes nimmt Sonja in ihrem Pfandleihhaus die unterschiedlichsten Dinge entgegen, prüft deren Wert und hält sich an ihre Routinen. Zu ihr kommen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können: Vivian mit einem Erbstück ihrer Mutter im Gepäck, der rätselhafte »Häuptling« und Mario, genannt »der Stichling«, ein Sammler und Sondengänger. Als der Strom ausfällt und die Ordnung kippt, sind sie plötzlich aufeinander angewiesen. Was folgt, ist eine Irrfahrt durch eine brüchig gewordene Welt voller aufgegebener Vorstellungen, Sicherheiten und überholter Gewohnheiten, in der auf einmal alles auf dem Spiel steht.
»Wir alle« entwirft ein gestochen scharfes Bild einer Welt, die aus dem Takt gerät, und erzählt dabei vom Versuch, in ihr nicht nur sich selbst zu sehen.
Kerstin Preiwuß, geboren 1980 in Lübz, lebt mit ihrer Familie in Leipzig. Sie ist Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin. Nach ihrem Debüt mit dem Gedichtband »Nachricht von neuen Sternen« (2006) veröffentlichte sie die Gedichtbände »Rede« (2012), »Gespür für Licht« (2016) und »Taupunkt« (2020) sowie die Romane »Restwärme« (2014) und »Nach Onkalo« (2017), der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt erschien der literarische Essay »Heute ist mitten in der Nacht« (2023). Für ihr Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lyrikpreis Meran, dem Eichendorff-Literaturpreis und dem Anke-Bennholdt-Thomsen-Lyrikpreis der Deutschen Schillerstiftung. Seit 2021 hat sie den Lehrstuhl für Literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.


