Vermintes Gelände – Übersetzen im geopolitischen Spannungsfeld
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Ist Übersetzen politisch? Wie positionieren sich Übersetzerinnen und Übersetzer im Spannungsfeld von Literaturen, die in ihren Heimatländern der (Selbst-) Zensur unterliegen und dem Wunsch, dass die Werke der von ihnen übersetzten Autoren und Autorinnen in erster Linie mit literarischen, nicht nur mit politischen Maßstäben gemessen werden? Können geopolitische Spannungen das Verhältnis zwischen Übersetzern und ihren Autoren belasten? Paul Ingendaay diskutiert mit den Übersetzerinnen Larissa Bender, Karin Betz und Christiane Körner die Rolle von Übersetzerinnen als Kultur- und Wissensvermittlerinnen.
Mit:
Larissa Bender ist Literaturübersetzerin aus dem Arabischen, Journalistin und Dozentin für Arabisch und Deutsch. Für ihre Übersetzung des Romans Das Schneckenhaus von Mustafa Khalifa, 2019 beim Bonner Weidle Verlag erschienen, wurde sie 2025 mit dem »Scheich-Hamad-Preis für Übersetzung und internationale Verständigung« des Emirats Katar ausgezeichnet.
Karin Betz übersetzt chinesische und englische Literatur, ist Kulturvermittlerin, Dozentin, Moderatorin und DJ. Übersetzt hat sie u.a. Mo Yan, Liao Yiwu, Cixin Liu, Xi Xi, Jin Yong, Wang Xiaobo, Yang Shuang-zi und Zhang Yueran. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit der August-von-Schlegel Gastprofessur für die Poetik der Übersetzung an der FU Berlin 2020/21 und dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2024.
Christiane Körner lebt als literarische Übersetzerin, Herausgeberin und Kulturvermittlerin in Frankfurt am Main. Nach einem Studium der Germanistik und Slawistik war sie drei Jahre als DAAD-Lektorin in Moskau tätig. Übersetzt hat sie u.a. Texte von Lidia Ginsburg, Fjodor Dostojewski, Dmitri Prigow, Alissa Ganijewa, Wassili Grossman und Anatoli Kusnezow. 2017 wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet.
Paul Ingendaay ist Schriftsteller und Publizist. Achtzehn Jahre lang hat er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus Madrid berichtet, anschließend zehn Jahre als Europa-Korrespondent aus Berlin. Für seine literarische Arbeit erhielt er den Aspekte-Preis und wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zuletzt erschien von ihm Entscheidung in Spanien. Der große Kampf der Literatur 1936-1939 (C.H. Beck).
Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V., in Kooperation mit dem Zentrum Wort des VdÜ e.V., gefördert vom Deutschen Übersetzerfonds e.V.


