Beschreibung
Wir stürzen uns übersetzend ins Ungewisse und wagen uns an das Genre, von dem immer wieder behauptet wird, es lasse sich nun einmal nicht in andere Sprachen übertragen: die Lyrik. Gemeinsam mit dem Publikum übersetzen Leonie Nückell, Sven Koch und Anna Eble live und in Farbe ein Gedicht aus einer Sprache, die nicht alle verstehen. Geht das denn? Das geht! Dabei entsteht eine deutsche oder vielleicht auch mehrsprachige Übersetzung, die Raum für Klangassoziationen, Formexperimente und produktive Fehler bietet. Kollektives Übersetzen bedeutet, beim Lesen, Analysieren und Übertragen viele Augen und Hirne mitnutzen zu dürfen – eine kleine Ode an menschliche Synergien.
Anna Eble ist Übersetzerin, Dolmetscherin und Herausgeberin der niederländischen Zeitschrift Terras für internationale Literatur. Sie organisiert Festivals und Workshops in verschiedenen Ländern und forscht zur Poetik des Übersetzens und des Lesens, u. a. im Rahmen des Europäischen Laboratoriums, das sich für ein langsames und schöpferisches Lesen einsetzt. Sie übersetzt vor allem Poesie aus dem Niederländischen (u. a. Paul van Ostaijen), begibt sich aber gerne in andere Sprachräume und Genres.
Sven Koch, geboren 1967, lebt in München. Nach einem Studium der Komparatistik seit 1994 vorwiegend als Redakteur und Übersetzer tätig, häufig in Kooperation mit KollegInnen. Seit 2013 bemüht er sich mit Jürgen Ghebrezgiabiher verstärkt um die Vermittlung des Werks von Iain Sinclair (Städte begehen, 2020; Blakes London, 2020; diverse Übersetzungen für Lettre International). Ferner übersetzte er Joseph Mitchell (mit Andrea Stumpf) oder James Agee (mit A. Stumpf und J. Ghebrezgiabiher) sowie zahlreiche Krimis.
Leonie Nückell übersetzt seit 2018 arabischsprachige Lyrik, Prosa, Theater und Kinderbücher ins Deutsche. Seit 2023 beschäftigt sie sich zudem mit Audioproduktionen und den Eigenheiten gehörter Sprache. Besonders gerne mag sie bilinguale Projekte. Sie übersetzt aus dem Hocharabischen und verschiedenen arabischen Dialekten, am liebsten aus dem Tunesischen und Sudanesischen. Sie pendelt zwischen Tunesien und Frankfurt/Main.


