Medienkompetenz im Zeichen des Nahostkonflikts
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Seit dem 07.10.2023 begegnen Jugendlichen auf Social Media eine Unzahl an Nachrichten und Botschaften im Zusammenhang mit dem anhaltenden Nahost-Konflikt, dessen Radius sich zwischenzeitlich nicht nur auf Israel und Palästina begrenzen lässt. Die meisten Social Media Posts stilisieren den Konflikt als einen zwischen „Juden“ und „Muslimen“, laden ihn damit bewusst religiös auf; der Fokus liegt bewusst auf einer weiteren Konfrontation und Eskalation – insbesondere mit Blick auf Deutschland.
Die Social Media Posts erreichen eine große Reichweite unter hiesigen Jugendlichen; diese konsumieren die vielfältigen Botschaften häufig, ohne dass sie die Inhalte verstehen und einordnen können – im schlimmsten Fall werden sie durch sie radikalisiert.
Was dringend notwendig erscheint ist daher ein Praxisangebot, in dessen Rahmen junge Social Media Nutzer:innen zum einen Hate Speech, Fake news, Deepfakes sowie rassistische und antisemitische Narrative erkennen, zum anderen reflektieren lernen, das Gesehene sprachlich wie inhaltlich einzuordnen, auch um die Argumentationsmuster rassistischer/ antisemitischer Narrativer zu dekodieren.
In Rahmen des Praxisprojekts untersuchen Forschende der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg den Medienkonsum junger Menschen, identifizieren verbreitete Narrative im Kontext des Nahostkonflikts und entwickeln, daran anknüpfend, Argumentationstrainings sowie Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Multiplikator:innen. Das Ziel des Projektes ist es, Demokratiebildung, Extremismus‑ und Antisemitismusprävention nachhaltig in Schulen und Hochschulen zu stärken.
Prof. Dr. Havva Engin ist deutsche Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin sowie Professorin für Interkulturelle Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Als renommierte Expertin für Migration und Bildung leitet sie das dortige Zentrum für Migrationsforschung und engagiert sich bundesweit für Integration, Mehrsprachigkeit und Demokratiebildung.


