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In der Buchproduktion käme niemand auf die Idee, ein inhaltlich unklares Manuskript in den Satz zu geben. In der Softwareentwicklung passiert beim Einsatz von KI-Werkzeugen derzeit jedoch genau das.
Wer heute eine Aufgabe an eine KI delegiert, erhält oft beim ersten Versuch ein brauchbares Ergebnis – beim zweiten Durchlauf sieht das Resultat jedoch plötzlich völlig anders aus. Schnell heißt es dann, die Technik sei noch nicht ausgereift. Doch das Problem liegt meist in der Aufgabenstellung: Was nicht präzise definiert ist, interpretiert das Werkzeug bei jedem Aufruf neu.
Dieser Vortrag zeigt, wie aus zufälligen Treffern verlässliche, reproduzierbare Ergebnisse werden. Der Schlüssel dazu ist eine schriftliche Vorgabe, die vor der Umsetzung entsteht, verbindlich gilt und kontinuierlich gepflegt wird. Keine Sorge: Gemeint ist kein hundertseitiges Pflichtenheft, sondern ein kompaktes Dokument, das die Kernabsicht festhält. Den größten Nutzen daraus zieht am Ende das gesamte Team, denn dieselbe Vorgabe erklärt auch neuen Kolleginnen und Kollegen sofort, warum eine Lösung genau so gebaut wurde.
Darüber hinaus beleuchten wir, wie sich diese Methode nahtlos in laufende Projekte integrieren lässt, ohne bestehende Prozesse auf den Kopf zu stellen. Wichtig ist dabei das Augenmaß: Bei vielen kleineren Aufgaben ist eine schnelle, manuelle Nachbesserung effizienter als das Schreiben einer Vorgabe. Wer diese beiden Fälle klug zu unterscheiden weiß, spart sich die Hälfte der Arbeit.


