Ehrung der BücherFrau des Jahres 2026 - DDF
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Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist vom Netzwerk BücherFrauen e. V. – Women in Publishing zur BücherFrau des Jahres 2026 gewählt worden.
Mit der Auszeichnung würdigen die BücherFrauen eine Institution, die feministische Geschichte sammelt, sichert und öffentlich zugänglich macht – und damit eine unverzichtbare Grundlage für Recherchen, Bücher und andere Publikationen schafft. Das DDF bündelt die Bestände von mehr als 40 feministischen Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen im deutschsprachigen Raum und macht Quellen zur Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegungen digital sichtbar.
Für das Deutsche Frauenarchiv werden
Nicola Lauré al-Samarai (Geschäftsführung)
und
Steff Urgast (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
an der Ehrung teilnehmen.
Die Laudatio wird Angela Steidele halten.
DDF: Erinnerung braucht Infrastruktur
Das DDF zeigt, dass Erinnerung keine Selbstverständlichkeit ist. Archive bewahren nicht nur Dokumente, sondern machen gesellschaftliche Entwicklungen, Netzwerke und Kämpfe nachvollziehbar. Gerade für die Buch- und Publikationsbranche ist diese Arbeit von großer Bedeutung: Feministische Literatur entsteht nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bewegungen. Sie braucht zugängliche Quellen, recherchierbare Geschichte und Orte, an denen Wissen dauerhaft gesichert wird. Das Digitale Deutsche Frauenarchiv macht diese Zusammenhänge sichtbar und schafft Zugang zu Materialien, die lange nur Fachpublikum offenstanden.
Feministische Geschichte sichtbar machen
In der Begründung zur Wahl betonen die BücherFrauen, dass Archive nicht nur Orte der Vergangenheit, sondern Zukunftsinfrastruktur sind. Das DDF dokumentiert dabei nicht allein bekannte Namen, sondern auch Initiativen, regionale Bewegungen und marginalisierte Perspektiven. So erweitert es den Blick auf feministische Geschichte und auf die Bedingungen, unter denen Bücher, Zeitschriften und andere Publikationen entstehen. „Ohne Archiv keine Bewegung. Ohne Erinnerung keine Bücher“ – dieser Gedanke steht im Zentrum der Auszeichnung.
Demokratischeres Wahlverfahren bei den BücherFrauen
Erstmals konnten in diesem Jahr alle Mitglieder der BücherFrauen direkt über die Wahl zur BücherFrau des Jahres abstimmen. Mit dem neuen Prinzip „one woman, one vote“ stärkt das Netzwerk seinen basisdemokratischen Anspruch. Die Wahlbeteiligung von über 40 Prozent spiegelt die große Resonanz innerhalb des Vereins wider. Die BücherFrauen wurden 1990 gegründet und vernetzen heute knapp 700 Frauen aus Verlagen, Buchhandel, Übersetzung, Medien und weiteren Bereichen der Buchbranche.
Nicola Lauré al-Samarai ist die neue Geschäftsführerin des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF). Sie ist Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin. 2004 erarbeitete sie gemeinsam mit Keith Piper und Tina Campt das Ausstellungsprojekt I-Whitness: Historical Sounding Gallery, eine begehbare Rauminstallation, die drei Lebensgeschichten afrodeutscher Überlebender des Nationalsozialismus präsentierte.
2005/06 war sie an der Konzeption der Wechselausstellung Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart beteiligt.
2007 gab sie gemeinsam mit Kien Nghi Ha und Sheila Mysorekar die Anthologie re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland heraus.
Nicola Lauré al-Samarai lebt und arbeitet in Berlin.
Steff Urgast verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF). Nach dem Studium der Politikwissenschaften und des Öffentlichen Rechts in Rostock sowie der Kulturarbeit in Potsdam war Steff im Projektmanagement und in der
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Als Mitbegründerin eines Buchverlags, ehemaliger (Chef-)Redakteurin verschiedener Medien und langjähriger Aktivist*in ist es Steff Urgast ein Anliegen, queer-feministische Positionen medial zu vertreten.
Gemeinsam mit der Ko-Autorin Dana Müller erschien das Buch Feministisch im Job? Wir arbeiten dran.
Angela Steidele – Laudatorin
Angela Steidele ist eine deutsche Autorin. Sie schreibt Sachbücher und Romane über das Spannungsverhältnis von Geschichte und Gegenwart sowie von Kunst und Wissenschaft, häufig am Beispiel von Liebesgeschichten zwischen Gleichgeschlechtlichen auf der Grundlage historischer Quellen aus dem 18.
und 19. Jahrhundert.


