Zweiter Atem ist im gleichen Maße Lebenserzählung wie Geschichte einer faszinierenden künstlerischen Entwicklung. Maurice Blik, einer der bekanntesten Bildhauer in Großbritannien, begibt sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit und beschreibt eindrücklich, wie seine traumatischen Erlebnisse nach und nach in seinen bildhauerischen Arbeitsprozessen zu einer eigenen Ausdrucksform fanden.
Als jüdisches Kind überlebte Maurice Blik die Lager Westerbork und Bergen-Belsen, seine jüngere Schwester und Großmutter starben dort, sein Vater wurde in Auschwitz ermordet. In den letzten Kriegstagen befand er sich im sogenannten ,Verlorenen Zug‘, der von sowjetischen Truppen nahe Leipzig befreit wurde. 1946 siedelte Blik mit seiner Mutter und Schwester nach England über. Er studierte Bildhauerei am Hornsey College of Art, erwarb ein Lehramtsdiplom der University of London und unterrichtete viele Jahre. Seine erste große Ausstellung zeigte er 1985 in der Alwin Gallery in London.