Sichtbarkeit ist Macht: KI, Plattformen und Medienpolitik
0
weeks0
days23
hours47
minutesAbout
Im 20. Jahrhundert war die freie Presse vor allem durch staatliche Eingriffe bedroht. Heute ist sie das weiterhin in vielen Ländern der Welt. Doch in Demokratien droht eine weitere Gefahr: die Unsichtbarkeit. Private Informationsintermediäre wie Meta, Google und OpenAI entscheiden inzwischen darüber, welche Informationen sichtbar werden, welche Reichweite erhalten und welche verschwinden. Aus Wegweisern zu journalistischen Quellen werden zunehmend Antwortmaschinen: Suchmaschinen und KI-Systeme liefern fertige Ergebnisse, ohne dass Nutzer*innen eine redaktionelle Quelle noch wahrnehmen. Damit verschiebt sich die Frage der Pressefreiheit. Sie entscheidet sich nicht mehr allein daran, ob Journalismus produziert werden darf, sondern ob er noch auffindbar ist. Wie aber sichern wir „das Recht auf verlässliche Information“, wenn Bürger*innen kaum noch erfahren, auf welchen Quellen ihre Informationen beruhen? Braucht es Regeln, die Auffindbarkeit und Quellentransparenz garantieren? Und wer trägt Verantwortung dafür, dass Vielfalt nicht zur Frage privater Sortierlogik wird?


