Gerhardt v. Reutern - Ein deutschbaltischer Künstler im hessischen Willingshausen
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Der 1794 auf dem Gut Rösthof in Livland geborene Maler Gerhardt (auch: Gerhard) v. Reutern verlor 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig, in der russischen Armee kämpfend, seinen rechten Arm. Im Sommer 1814 traf er in Weimar mit Goethe zusammen, der sein Talent erkannte und ihn zum Malen mit der linken Hand ermutigte. Bei den Schwiegereltern seines Bruders Carl im hessischen Willingshausen erholte er sich und begann mit Studien der Natur und des ländlichen Lebens. 1820 heiratete er die Tochter des Hauses Charlotte v. Schwertzell.
Mit Ludwig Emil Grimm (1790–1863) legte er seit 1825 den Grundstein für die Freiluftmalerei in Deutschland. Gerhardt v. Reutern unterhielt Verbindungen zu zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen und europäischen Gesellschaft. Durch die Bekanntschaft mit dem russischen Dichter Vasilij Žukovskij (1783–1852) wurde er zum Maler der Zarenfamilie mit einer festen Leibrente ernannt.
Seine Werke sandte er meist nach St. Petersburg, wo diese sich heute vornehmlich in der Ermitage und im Russischen Museum befinden. Nach weiteren Studien in Kassel sowie Reisen in die Schweiz und nach Italien ging Reutern 1835 an die Düsseldorfer Akademie und 1844 nach Frankfurt am Main, wo er 1865 starb. Den „Weg in die Kunst“ fand er vor allem durch das „Studium der Natur“; in Willingshausen und in Kassel schuf er neben Pflanzen- und Tierdarstellungen zahlreiche Porträts und Szenen des Landlebens. Später wandte er sich der Historien- und Religionsmalerei zu. Sein Hauptwerk behandelt „Die Opferung Isaaks“.
Vortrag von Dr. Bernhard Lauer
Eine Veranstaltung der Brüder Grimm-Gesellschaft und des Brüder Grimm-Zentrums Kassel.


