Beschreibung
Die Autoren Yannic Han Biao Federer und Geertjan de Vugt haben sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Spuren des Kolonialen in unserem Alltag weiterwirken und bis heute unser Denken prägen. Der niederländische Autor und Literaturwissenschaftler Geertjan de Vugt untersucht in seinen virtuosen literarischen Essays, erschienen im Band »Der Wunsch zu verschwinden« (Zsolnay 2026), u.a. die Erfindung der Wissenschaft der Fingerabdrücke aus dem Geiste der Erfassungs-Paranoia durch die britischen Kolonialbesatzer Indiens. Yannic Han Biao Federer hat sich in seinem Roman »Tao« (Suhrkamp 2022), aber auch in seinen preisgekrönten Radio- und Theaterstücken vor allem mit der verdrängten europäischen Kolonialgeschichte in Südostasien auseinandergesetzt. Aktuell arbeitet er an einem Roman über Konrad Adenauers kolonialrevisionistisches Engagement in der Weimarer Republik und dessen Nachwirkungen in der Bundesrepublik. In ZENTRUM WORT liest er zum erst mal öffentlich aus dem Manuskript. Die Übersetzerin Lisa Mensing kommt mit den beiden ins Gespräch über ihre aktuellen Buch-Projekte und über die Frage, wie man literarisch und übersetzerisch der hartnäckigen Präsenz des kolonialen Blicks begegnen kann.
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Lisa Mensing ist Förderpreisträgerin des Straelener Übersetzerpreises der Kunststiftung NRW. Sie übertrug u.a. Geertjan De Vugts »Der Wunsch zu verschwinden« aus dem Niederländischen. Zu den von Ihr übersetzten Autor:innen gehört auch Gaea Schroeters, deren kolonialkritischer Roman »Trophäe« über viele Wochen hinweg auf der SPIEGEL-Beststellerliste stand.
Yannic Han Biao Federers literarische Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis und dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Sein Stück »Asiawochen« erhielt den Autor*innenpreis des 42. Heidelberger Stückemarktes sowie den SWR Kultur Hörspielpreis. Er ist aktuell Stipendiat der Kunststiftung NRW.
Geertjan de Vugt ist Direktor des Erasmus-Preises. Zuvor war er lange Zeit Koordinator für Wissenschaft und Kunst an der Königlichen Akademie der Künste und Wissenschaften in Amsterdam. Er schreibt für »de Volkskrant« und die »Süddeutsche Zeitung« über Kunst, Poesie und Literatur und hat als Literaturwissenschaftler an der University of Wisconsin-Madison, an der Princeton University und am IFK in Wien gearbeitet.


