Beschreibung
Vor zehn Jahren ist das Buch »Rückkehr nach Lemberg« erschienen, in dem Philippe Sands anhand seiner eigenen Familiengeschichte das historische Entstehungsmoment der internationalen Menschenrechtsgesetze beleuchtet. Für Karl Schlögel, der Ende der 1980er Jahr Lwiw zum ersten Mal besucht hat, ist der »ganze Ort eine Sehenswürdigkeit«, wenn nicht sogar die »Urzelle der europäischen Stadt«. In den letzten Jahren sind die beiden Friedenspreisträger immer wieder dorthin gefahren und reden heute über den schmalen Grat zwischen Normalität und Ausnahmezustand, auf dem sich Lwiw mit seinen Bewohner*innen seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor knapp fünf Jahren bewegt.
Mit:
Friedenspreisträger 2026
Philippe Sands
Philippe Sands, geboren am 17. Oktober 1960 in London, ist französisch-britischer Jurist und Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte als einer der gegenwärtig wichtigsten Menschenrechtsanwälte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit, unter anderem im Zusammenhang mit Augusto Pinochet und dem Chagos-Archipel. Neben der Veröffentlichung juristischer Fachbücher und Aufsätze ist Philippe Sands seit 2016 auch als literarischer Sachbuchautor tätig. Besonders bekannt wurde er durch »Rückkehr nach Lemberg« (dt. 2018), »Die Rattenlinie« (2020), »Die letzte Kolonie« (dt. 2023) und »Die Verschwundenen von Londres 38« (2025), für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Er schreibt gegen das Vergessen und verbindet persönliche Lebensgeschichten mit den großen Fragen des Völkerrechts: Wie können Verbrechen wie Genozid, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter, Kolonialunrecht und politische Gewalt benannt und geahndet werden?
Friedenspreisträger 2025
Karl Schlögel
Karl Schlögel, 1948 in Hawangen im bayerischen Allgäu in eine Bauernfamilie geboren, ist ein deutscher Historiker und Essayist, der als einer der profiliertesten Kenner Osteuropas gilt. In seinen Arbeiten verbindet er detailreiche Alltagsbeobachtungen mit einer raumbezogenen Geschichtsschreibung, um die Kultur- und Zeitgeschichte Russlands und Osteuropas neu zu erzählen. Mit Werken wie »Terror und Traum« oder »Das sowjetische Jahrhundert« hat er Maßstäbe für eine anschauliche, lebendige Geschichtsschreibung gesetzt.
Moderation: Jagoda Marinić


