Beschreibung
Produzent, Lektorin, Kuratorin, Dirigent: verschiedene Namen, ähnliche Aufgabe. Sie bringen Menschen, Ideen und Ressourcen zusammen, damit kollektives Schaffen überhaupt möglich wird. „The Art of Making Things Happen" blickt hinter die Kulissen dieser Ermöglicher:innen aus Film, Games, Literatur und Design. Wie entsteht Struktur im kreativen Chaos? Wie demokratisch sind die Prozesse, aus denen Filme, Spiele und Bücher hervorgehen? Und was lässt sich daraus für unser Zusammenleben lernen? Ein Gespräch über die unsichtbarste und unterschätzteste Kompetenz der Kreativwirtschaft: Zusammenarbeit. Im Rahmen des Book-to-Screen Day. In englischer Sprache.
Kreativität wird als Einzelleistung gefeiert: die Regisseurin, der Autor, das Genie. Die Realität sieht anders aus. Hinter jedem Film, jedem Spiel, jedem Buch steht ein Kollektiv, und mitten darin eine Figur, die selten im Rampenlicht steht. Im Film nennen wir sie Produzent:in, im Verlagswesen Lektor:in, in der Kunst Kurator:in, in der Musik Dirigent:in. Unterschiedliche Namen, unterschiedliche Praktiken, aber eine verblüffend ähnliche Funktion: Menschen, Ideen und Ressourcen so zusammenbringen, dass gemeinsames Schaffen gelingt.
Genau diese Figur nimmt das Panel in den Blick. Der italienische Produzent Carlo Cresto-Dina hat mit seiner Firma tempesta alle Filme von Alice Rohrwacher und Leonardo Di Costanzo ermöglicht und in seinem Buch „È un'impresa fare un film" (Einaudi 2026) erstmals systematisch beschrieben, was Produzieren eigentlich ist: nicht Geld verwalten, sondern Beziehungen stiften. Seine These: „Alle reden von Leadership, aber niemand lehrt uns, wie man zusammenarbeitet." Prof. Dr. Linda Breitlauch, Europas erste Professorin für Game Design, bringt die Perspektive der Games-Branche ein. Mit der Initiative „Fair Play Democracy" argumentiert sie: Spiele funktionieren nur, wenn sie fair sind, und taugen damit als Modell für Gesellschaft. [Aus der Literaturbranche kommt Laura Weber, Mitgründerin der zoraLit eG, der ersten Genossenschaft der deutschsprachigen Literaturszene, hierarchiefrei organisiert. – tbc] Moderiert wird das Gespräch von Kai Rosenstein, Chief Experience Officer der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Für die WDC 2026 unter dem Motto „Design for Democracy" ist das mehr als eine Branchenfrage. Ein Filmset, eine Spieleentwicklung, ein Buchprojekt sind Mikrokosmen kollektiver Arbeit, in denen sich entscheidet, wie viel Mitgestaltung Strukturen zulassen. Ermöglicher:innen gestalten nicht das Produkt, sondern den Prozess. Sie sind Prozess-Designer:innen.


