»MARIAMACHINA« Autorin Kinga Tóth im Gespräch mit Martin Piekar
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In ihrem Band MARIAMACHINA verknüpft die Lyrikerin und Performancekünstlerin Kinga Tóth traditionelle Gebete und die Stimmen heiliger Frauen vom Mittelalter bis heute mit den Erfahrungen moderner Frauen. Das Buch ist Ergebnis einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Thema Kirche, Nonnen, Heilige und Liturgie als lyrische Form.
In den Kurztexten begeben sich Nonnen, Liebende, Kämpferinnen, Mütter, Mythen und Metaphern in einen vielstimmigen Dialog. Aus den liturgischen Fragmenten, Hexenbeschwörungen, Liebesgestammel, Cyber-Sprech in Deutsch und Ungarisch entsteh eine dynamisch explosive Partitur. Wobei die Texte eine radikal-poetische Anrufung sind zum kollektiven Gebet für Freiheit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Fürsorge und Mitmenschlichkeit.
Kinga Tóth, 1983 in der Kleinstadt Sarvar/Ungarn geboren, ist Sprachwissenschaftlerin, Visual- und Sound-Poetin, Illustratorin, und Kunst-Installatorin. Tóth schreibt auf Deutsch, Ungarisch, Englisch und mehrfach lingual gemixt. Sie nutzt ihre Texte inhaltlich und als optisches Material für Performances im Solo oder mit Kollegen/innen interagierend.
Für ihre intermediale Arbeit wurde sie mit zahlreichen Stipendien sowie 2020 mit dem Hugo-Ball-Förderpreis und dem Bernard-Heidsieck-Prix ausgezeichnet. 2026 erhielt sie den Kelag-Preis bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Für Stipendiatenaufenthalte wurde sie nach Ybbs/Niederöserreich, Villa Massimo/Rom, Akademie Solitude/Stuttgart eingeladen. Unter anderem im Rohstoff Verlag erschien 2022 Mondgesichter und zuletzt Maria Machina bei Matthes & Seitz.
Moderation: Martin Piekar
Eine Veranstaltung von Brentanos Erben e.V. aus Wiesbaden.
Copyright Foto: Verena Mayrhofer


