Tschechien
Die Prague Book Tower Fair ist der zeitgenössischen russischen Literatur im Exil gewidmet. Sie entstand aus der Antikriegsbewegung, die sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 formierte. Heute versammelt die Messe russischsprachige Verlage außerhalb Russlands, deren Bücher eine neue, zensurfreie Literaturlandschaft prägen. Die Messe steht solidarisch an der Seite der Ukraine und verurteilt den Krieg.
Die erste Prague Book Tower Fair fand im September 2024 in Prag statt und war die erste russischsprachige Buchmesse ihrer Art außerhalb Russlands. Seither wächst sie beständig: von 16 Verlagen im Jahr 2024 auf 37 im Jahr 2026. In diesem Jahr wurden rund 200 Buchprojekte vorgestellt, von Texten, die sich mit dem Krieg und dem gegenwärtigen Regime Putins auseinandersetzen, bis hin zu Genres, die in Russland inzwischen unterdrückt werden, darunter LGBTQ+-Literatur, Feminismus und Zeitgeschichte.
aa2025 begrüßte die Messe zwei international bekannte Stimmen der russischen Gegenwartsliteratur: Vladimir Sorokin und Michail Schischkin. In diesem Jahr waren nicht nur russischsprachige Autor:innen zu Gast, sondern auch europäische Schriftsteller:innen und Übersetzer:innen, unter ihnen Olaf Kühl, Gonçalo Tavares und Alena Machoninová. In Frankfurt stehen die russischsprachigen Bücher und Verlage im Mittelpunkt, die diese neue literarische Landschaft prägen.
In ihren ersten drei Jahren hat die Messe mehr als 10.000 Besucher:innen empfangen. Unter dem Namen Prague Book Tower versammeln sich heute Verlage, Buchhandlungen und Literaturzeitschriften aus der Ukraine, Tschechien, Deutschland, Lettland, Frankreich, den USA, Israel und weiteren Ländern.
Von Anfang an ist die Prague Book Tower Fair ein Treffpunkt für die russischsprachige Kultur im Exil. Jedes Jahr kommen hier Verlage, Autor:innen, Übersetzer:innen und Leser:innen aus verschiedenen Ländern zusammen und schaffen einen literarischen Raum jenseits der Zensur.
Unsere Mission sehen wir darin, die freie russischsprachige Literatur sichtbarer zu machen und ihre wichtigsten Werke Leser:innen weltweit zugänglich zu machen.